Pfeifenherstellung - Fortsetzung
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Selbst Pfeifen herstellen

Mundstück - Beize - Schutz und Glanz


Das Mundstück

Im Zuge des Feinschliffs des Pfeifenkopfes wird auch das Mundstück bearbeitet. Ihm muss ebenso viel Sorgfalt entgegengebracht werden wie dem Pfeifenkopf.

 

Serienmundstücke
 

Mundstückrohlinge
 Dies sind zwei Mundstücke, die serienmäßig bei vorgebohrten Blöcken, bereits in den Holm eingepasst, mitgeliefert werden.
Sie erleichtern die Arbeit ganz erheblich und sind Anfängern auf jeden Fall zu empfehlen.
   Dies sind drei Mundstückrohlinge. Sie müssen geschliffen, poliert, gebogen und der Holmbohrung angepasst werden. Wenn erwünscht und der Rohling geeignet ist, kann der Zapfen auf 9mm aufgebohrt werden.

 

Vorkonfektionierte "Hobbyblöcke" besitzen bereits in den Holm eigepasste Mundstücke. Auch die Biegung ist in der Regel bereits gegeben, kann aber noch verändert werden. Immer aber muss es an den Holm bündig angepasst werden.

Da das Material des Mundstücks viel weicher als das Holz ist, sollten bei der Bearbeitung nur feine Feilen und feinkörniges Schleifpapier verwendet werden. Der letzte Schliff erfolgt, wie beim Kopf, mit 600er Schleifpapier.

Die Biegung erhält man durch vorsichtiges Erwärmen. Ich ziehe eine Heißluftpistole vor, doch kann auch ein Teelicht oder eine Gasflamme benützt werden. Wichtig ist, dass Abstand gehalten und das Mundstück ständig gedreht wird. Sinnreich ist es, beim Biegen zuvor einen Pfeifenreiniger in den Rauchkanal zu stecken, damit die Bohrung frei bleibt.

Besonderer Behandlung bedürfen Mundstück-Rohlinge, da auch ihr Zapfen der Bohrung im Holm angepasst werden muss. Da ich keine Drehbank besitze - wer schon? - ist dies eine zeitraubende Arbeit, an die ich mich erstmals bei der Henry5 wagte.

 

Die Beize

Sie gibt der Pfeife neben der Form ihren ganz besonderen Charakter und lässt eine schöne Maserung erst richtig sichtbar werden. Ich verwende Pfeifenbeize auf Alkoholbasis.

Beize - gold Beize - rot extra Grundbeizung Beize - schwarz Beize - schwarz

Die Farbtöne können untereinander gemischt werden. Auf keinen Fall dürfen Beizen mit Brennspirituslösung verwendet oder angesetzt werden!

Die Kopfbohrung wird mit einem Korken verschlossen. Das Holz befeuchte ich mit einem Lappen, damit die Beize besser eindringen kann.

Mit einem Pinsel wird die Beize mehrmals gleichmäßig aufgetragen. Besonders intensiv bringt Kontrastbeizung die Maserung zur Geltung. Dabei wird zuerst dunkle Beize aufgetragen, die wieder abgeschliffen wird. Anschließend wird mit hellem Farbton gebeizt.

 

Schutz und Glanz

Damit die Beize nicht schon bei der ersten Politur abgerieben wird, muss sie geschützt werden. Allerdings sollte das Holz atmungsfähig bleiben, damit das aufgenommene Kondensat austrocknen kann. Ölen oder Wachsen ist möglich. Ich behandle das Holz mit Schelllack. Er hat den Vorzug schnell zu trocknen und gibt bereits einen seidigen Glanz. Außerdem wird beim Polieren kaum Beize abgerieben, was bei reiner Wachsversiegelung kaum vermeidbar ist. Neuerdings verzichte ich allerdings meist auch darauf und poliere die Pfeife nur noch mit Wachs. Sie muss dann nach geraumer Zeit nachpoliert werden.

Nach dem Durchtrocknen wird die Pfeife gewachst. Das Wachs wird auf die Polierscheibe aufgetragen. Danach wird die Pfeife und das Mundstück mit ganz sanftem Druck an der Polierscheibe auf Hochglanz poliert.
Jetzt zeigt es sich, ob sorgfältig gearbeitet wurde, denn nun wird jeder Fehler, jede nicht sauber abgeschliffene Bearbeitungsspur, sichtbar.

Das Ergebnis ist ein einmaliges Rauchgerät, das schmauchend in der Hand zu halten einen ganz besonderen Genuss bietet.

 Henry17 - aus einem Plateaublock hergestellte Pfeife

Ich verwende keinen Kitt. Spots oder sogar aufgetretene Spalten lasse ich bestehen. Sie sind mein Tribut an die Natürlichkeit des Holzes. Auch Einrauchpaste verwende ich nicht. Die Behauptung, dass sie das Einrauchen erspare, halte ich für ein Gerücht. Dagegen beeinflusst sie in der Regel den Geschmack köstlichen Tabaks, den ich schon beim Einrauchen genieße. Geschieht dies sorgsam, brennt das Holz nicht!

Gerade bei neueren polierten Pfeifen wurde ich hinsichtlichtlich Kittstellen - auch in gehobeneren Preisklassen - immer wieder enttäuscht, was sich erst beim Gebrauch herausstellte. Bei meinen eigenen Pfeifen weiß ich, was ich habe.

Ich kann nur zu einem Versuch ermuntern!

Sollten Sie Anregungen oder eigene Erfahrungen haben, lassen Sie mich daran teilhaben!
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Stand: 04.12.2006